Antiker anatolischer Kelim

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Zentral-Süd-Anatolien, 1. Hälfte 19. Jahrhundert, Maße 357 x 150 cm, handgewebt aus pflanzengefärbter Schafwolle. Der Kelim wurde originalgetreu restauriert und befindet sich in bestem Zustand.

Dieser zweibahnige Kelim wurde von einer turkmenischen Stammesgruppe in der Region Adana - Gaziantep gewebt.                   

Oftmals wurden derartige Kelims den Moscheen geschenkt, wo sie nach einiger Zeit von weiteren geschenkten Kelims überdeckt wurden. Diesem Umstand verdankt wohl auch dieser prächtige Kelim die Erhaltung seiner wundervollen Farben.

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Der Mustergestaltung liegen uralte Ornamente und Symbolformen zu Grunde. Auf der Basis antiker Kulturen entwickelten sich unter dem Einfluss eingewanderter Nomadenstämme aus Zentral-Asien über einen Zeitraum von tausend Jahren diese uns heute bekannten "Anatolischen-Kelims". Anhand vorhandener Artefakte können wir sie bis in das 16. Jahrhundert zurück verfolgen. Ältere Stücke scheinen nicht erhalten geblieben zu sein, oder warten noch auf ihre Entdeckung.

Es entwickelten sich Gattungen und Typen, die heute an Hand von Machart, Materialien, Muster und Farbgebung bestimmten Regionen und Stämmen zugeordnet werden können.
In der Vergangenheit wurden oftmals aufgefundene Stücke nach ihren Fundorten benannt, was nur begrenzt mit dem Herstellungsgebiet und den Herstellern überein stimmte.
Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert endete diese hohe Blüte der anatolischen Kelimweberei. Politische Wirren, wirtschaftlicher Niedergang und damit einhergehende Verarmung der ländlichen und nomadischen Bevölkerung führten zu ihrer Verflachung.

 
 

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Ein Exemplar gleichen Typs befindet sich im Istanbuler Museum
"Vakiflar" und ist im Museumskatalog "Flatweaves Flachgewebe" ISBN 3-923185-02-2 unter Tafel 50, Seite 154-155 beschrieben und abgebildet.

 

Meine Buch-Empfehlung zu diesem Thema:                                            "Anatolische Kelim im Schloß Lembeck" ISBN-Nr. 3-931326-01-2, mit sehr guter Texteinführung und einer Vielzahl von Abbildungen besonders schöner, antiker anatolischer Kelims und -Fragmente.

Cornelius Bäumer