Über mich

Wohnen mit Kelims ______________________________________________________________________

Schon früh hat mich der Weg zu den genuinen und originellen Arbeiten der asiatisch-orientalischen Nomaden geführt. Die Arbeiten dieser Menschen haben durch ihre archaische und zivilisationsunabhängige Ausdrucksstärke einen ständig wachsenden Einfluss auf mich ausgeübt. Nach Jahren meiner beruflichen Tätigkeit, in denen ich mich zunächst mit klassischen, alten und antiken Teppichen beschäftigte, bestimmte zunehmend der Umgang mit den Web- und Knüpfteppichen der Nomaden meine Handelstätigkeit.

Diese genuinen Kelims und genuinen Teppiche der asiatisch-orientalischen Nomaden sind vom Erleben ihrer Hersteller erzählende Bilder. In ihrem naturbezogenen und naturabhängigen Lebensraum entwickelten die Nomaden eine abstrakte Bildsprache, mit der sie ihren Alltäglichkeiten, der sie umgebenden Natur mit ihren Phänomenen, und ihrem mystisch-religiösen Leben eine künstlerische Ausdruckform verliehen. Viele dieser Bilder lassen sich mit etwas Phantasie entschlüsseln, zumal oft wiederkehrende Symbolformen Verwendung finden. Aber ebensoviele dieser "Bilder" entziehen sich unserer Vorstellungkraft, oftmals transportieren sie auch geheime Botschaften, die zu entschlüsseln nur Eingeweihten möglich ist. In diesen "abstraken Bildern" lebt eine Kraft, die wir "Abendländer" erst durch unser modernes Kunstverständnis entdeckt und verstehen gelernt haben.

"Landschaft-Blumenteppich" 85 x 75 cm, Bergnomaden, Ghashgai-Stämme, Zagrosgebirge, Südwest-Iran _____________________________________________________________________

Anatolischer Nomadenkelim "Yürük" 280 x 180 cm cm, Region Kapadokien, Mittelsüd-Anatolien, handgewebt aus Schafwolle, Mitte 20. Jhdt. _____________________________________________________________________

Die Wahrhaftigkeit, die nicht kopierbare Einzigartigkeit und die Faszination eines jeden Stückes, die mich mehr und mehr in ihren Bann zogen, waren letztlich der Ausschlag dafür, dass ich vor vielen Jahren Handel und  Repräsentation ganz auf diese Arbeiten umgestellt habe. Ich darf sagen, dass erst der ausschließliche Umgang mit diesen genuinen Arbeiten meinem Händler- und Sammlerherz eine große innere Zufriedenheit gegeben hat. In diesem Sinne sehe ich in unserer Arbeit auch einen kulturellen Beitrag, mit dem ich eine erweiterte Sicht in dieses Thema möglich machen möchte.
Die genuinen Kelims und Teppiche der asiatisch-orientalischen Nomaden waren und sind, über ihren künstlerischen Anspruch hinaus, für die Nomaden immer auch Gebrauchsgegenstände, welche auch in unserer zeitgemäßen Wohnwelt eine vielseitige Verwendung finden.

In all diesen Jahren war ich auch Sammler von orientalischen Küpf- und Web-Teppichen. Je eigenständiger und ungewöhnlicher mir ein Stück erschien, umso mehr weckte es mein Interesse. Dabei fand vieles Eingang in meine Sammlung, was mit heutiger Kenntnis wertgeschätztes Kulturgut ist, zu damaliger Zeit selbst auch im Land seiner Erzeuger keine Beachtung fand. Dazu zählten sehr alte Teppiche und Kelims, die teilweise nur noch fragmentarisch erhalten waren, mir aber wie Zeugnisse aus einem vergangenen, märchenhaften Orient vorkamen. Viele von diesen antiken Fragmenten habe ich inzwischen konservatorisch überarbeiten und auf Leinen nähen lassen und stelle Sie ebenfalls zum Verkauf.

Cornelius Bäumer

Persisches-Knüpfteppich-Fragment, ca. 210 x 145 cm mit iranischem Berg-Löwen-Motiv. Hier mit Schwert und gelbgoldenem Fell, als Symbol der höchsten irdischen Macht. Neben der schwerthaltenden Klaue des Löwen ein stilisiertes Thron-Symbol, was die Bedeutung des Stückes unterstreicht. Gabbeh-Teppich der Ghashgai-Stämme, Südwest-Iran, datiert 1330=1910, auf Leinen genäht. _____________________________________________________________________

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